Anekdoten und Reiseberichte

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Reisebericht Sauerland-Wanderung 2013 von Walter F.:Anmerkungen zur Sauerland-Wanderung 2013 von Walter 001Nachtrag zu Sauerland 2013 001

 

Eine kleine Anekdote zu Rudi von Walter:Annekdote zu Rudi Müller von Walter 001030

Urkunde zum Abschluß der alljährlichen Herbstwanderung im Sauerland von Walter :

Urkunde 001Urkunde Seite 2 001

 

Die große Schmalzbrot-Diskussion von Walter (in’s Leben gerufen von Hochwürden) :Spreewald_Impressionen - Schmalzbrot

Schmalzbrot Teil 1 001Schmalzbrot 2 001

Zum Sportfreunde-Grünkohlessen
am 15.11.2014 hielt Uwe diese trefflich recherchierte Laudatio.IMG-20141121-WA0002

Grünkohl , was heißt schon Grünkohl?
Regional wird er auch Braunkohl (beispielsweise in Braunschweig, na ja!)
Hochkohl, Winterkohl, Strunkkohl oder Krauskohl
oder auch nur Kohl genannt.
In Ostwestfalen-Lippe trägt er aber den schönen, seinen Wuchs umschreibenden Namen Lippische Palme oder Westfälische Palme.
Wie sieht es mit seiner Herkunft aus?
Alle heute kultivierten Kohlvarietäten, darunter auch der Braun- und Grünkohl, stammen vom Wildkohl ab.
Diese Stammart kommt heute noch in den Mittelmeerländern und an der Atlantikküste von der Bucht von Biskaya bis nach Südengland sowie auch auf Helgoland vor.
Der grüne Krauskohl wird seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und seit der römischen Zeit in Italien angebaut.
In Deutschland lässt er sich mit Hilfe der Kräuterbücher des 16. und 17. Jahrhunderts nachweisen.
So findet sich beispielsweise eine Abbildung des Krausen Kohls bei Leonhard Fuchs aus dem Jahre 1543.
Wie man unschwer erkennen kann, sind das alles Gebiete in denen es tüchtige Westfalen verschlagen hat.
Wessen Spezialität ist es denn nun?
Im Norden Deutschlands konkurrieren die Städte Bremen und Oldenburg darum.
In Bremen wird Grünkohl seit 1545 alljährlich im Rahmen der traditionellen Schaffermahlzeit serviert,
einer Veranstaltung von genau 300 Personen, zu der im Februar jeweils 100 kaufmännische und 100 seemännische „Schaffer“ sowie 100 Gäste zusammenkommen.
Oldenburg hält seit 1956 mit dem „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ in der Hauptstadt Berlin dagegen. Der Abend dient in erster Linie dazu, um für die Interessen der Stadt und der Region zu werben.
Aber wenn zwei sich streiten …. … freut sich der Dritte:
In Rheda kommen seit Jahrhunderten vom Sport geschundene Männer der VHS-Hochschulgemeinde zum „Sturm auf Raschers Palme“ zusammen, dem traditionellen Grünkohlessen im Musikerviertel rund um den Termin des Andreasmarktes.
Und damit ist Grünkohl eindeutig die einzigartige Spezialität für Nascher bei Rascher.
Von hier aus kam die Verbreitung!!
Im Oldenburger Land, im Bremischen, im Osnabrücker Land, in Ostfriesland, in weiten Teilen Niedersachsens und Schleswig-Holsteins, in der Grafschaft Bentheim und in Ostwestfalen wird wie in Rheda ein regelrechter Kult um dieses Gemüse betrieben.
Während Raschers Grünkohlessen eine Woche später bei der sogenannten Grünkohlwanderung zum Alpenhaus abgestrampelt wird,
gehen bei den Nachahmern in den Herbst- und Wintermonaten Vereine, Firmen und sonstige Gruppen auf Kohlfahrt und küren dabei ihren Kohlkönig,
häufig kombiniert mit den regionaltypischen Sportarten Boßeln und Klootschießen.
So’n Quatsch braucht man in Rheda nicht.
Wie isst man Grünkohl??
Ein typisches Gericht ist „Kohl und Pinkel“ (gemeint ist nicht die Entsorgung nach dem Genuss) sondern Grünkohl mit einer geräucherten Grützwurst oder auch Kohlwurst.
Im Osnabrücker Land sowie im Niemandsland nordöstlich davon isst man Grünkohl traditionell mit Kasseler, Kohlwurst oder grober Bratwurst und Bratkartoffeln, oft auch mit Zucker bestreut, was die in der norddeutschen Küche verbreitete Geschmackskombination des Broken sööt ausmacht.
Wie man hier auf dem Tisch sieht,
alles Varianten vom Original Rhedaer Grünkohlessen für Nascher bei Rascher.
Was ist ein Kohlkönig?
Die Stadt Oldenburg lädt einmal im Jahr hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur ein, um anlässlich des „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Ätens“ im politischen Berlin für sich zu werben und einen Politiker als „Oldenburger Kohlkönig“ zu küren. Die Liste der Amtsträger umfasst alle wichtigen Namen der deutschen Politik.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der frühere Bundespräsident Christian Wulff trugen den Titel bereits.
Das diese Ehrung zu Wulffs Demission geführt haben soll, ist allerdings ein unbewiesenes Gerücht.
Im Februar 2014 wurde der Botschafter der Türkei in Berlin (der mit dem schwierigen Namen) zum neuen Titelträger berufen, der sich selbst als Grünkohl-Sultan bezeichnete.
Im Jahr davor war es der Bundweitenkönig und Bundesminister Peter Altmaier.
Die Oldenburger hoffen, dass sich der König oder die Königin während der „Amtszeit“ für die Interessen der Stadt einsetzt. Jeder König bzw. jede Königin hat die Pflicht, die Stadt Oldenburg mindestens einmal während der Regentschaft zu besuchen. Dies geschieht meist im Rahmen des Stadtfestes oder des Kramermarktes.
Brauchen wir auch so einen Kohlkönig??? Eindeutig: Nein !!
Mit der dem Ostwestfalen eigenen Bescheidenheit findet so ein Kohl bei Klaus Rascher gar nicht erst statt, weil
die geladenen Honoratioren sich ohnehin wie Könige fühlen,
die Stadt regelmäßig besuchen
und der Pflicht des wöchentlichen Trainings leise knurrend gerne nachkommen.
Und damit komme ich zum Schluss: Ein Hoch auf „Raschers Palme“,
bald auch als Weltkulturerbe.
Dann prangt ein neues Schild am Haus von Klaus.

Lippische Palmen rund um den Hermann.

 

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